Die ursprüngliche Bedeutung von Trance (franz. hinübergleiten), beschreibt einen Bewusstseinszustand. Es ist eine Mischung aus Hypnose, Meditation, aber auch Ekstase. Wenn man an Trance denkt, fällt einem spontan der Schamane ein, der mit Gesängen um das Feuer herumtanzt und sich in einen erweiterten Bewusstseinszustand begibt, um mit den Toten in Kontakt zu treten. Jedoch wurden auch andere Methoden und Mittel eingesetzt um diesen Zustand zu erlangen.
Die meisten Techniken, um eine Trance hervorzurufen, stützen sich auf rhythmische Sinnesreize und Bewegungen. Hier wird auch die Verbindung mit der Trancemusik deutlich, die sich eben durch durchgängige Rhythmen und - in der Disco - durch visuelle Stimulation auszeichnet. Auch optische Reizmuster eignen sich gut für die Erzeugung einer Trance. Angewendet wird dieser Effekt wie bereits erwähnt bei Lichteffektanlagen auf Konzerten oder in Diskotheken. Wichtig ist interessanterweise immer die mehrfache Wiederholung des Reizmusters. Die Trance wird mit einer höheren Anzahl von Wiederholungen stärker.
Trance das Mittel zur Grenzüberschreitung durch Musik. Dieses Prinzip spiegelt sich auch in der heutigen Musik wieder. Trance-Musik erlaubt durch die sphärischen Elemente und harmonischen Melodien in Verbindung mit dem starken Rhythmus-Element des Techno ein Tanzen bis zu dem Trance-Zustand. Dafür kommt häufig die von außen einhämmernde BassDrum, die durch Mark und Bein geht.
Die Entwicklung des Trance wurde mehrheitlich durch die Stilrichtungen House und Techno geprägt. Der melodische Teil des House, kombiniert mit den hämmernden Passagen des Techno, ergaben eine ideale Kombination für die, die es weder soft noch heavy mochten. In der Welt der elektronischen Musik, verfloss der Trance mit allen möglichen Musikrichtungen. So überrascht es kaum jemanden, dass man in Tranceliedern Passagen aus alten Liedern wieder findet.
Trance fand seinen Ursprung in den 90ger Jahren in Deutschland und breitete sich dann gegen Mitte und Ende des Jahrzehnts nach England und den Niederlanden aus. Massgeblich an der Entwicklung dieser Musikrichtung war der Dj Sven Väth und das Frankfurter Eye Q-Label beteiligt. In Berlin gehörten Namen wie Paul van Dyk, Talla2XLC und Dj Dag zu den erfolgreichsten Vertretern.
Heute kennt man Trance von Djs wie Quicksilver, Armin van Buuren, Tiesto, Pulsedriver, Benny Benassi, Blank and Jones, Charly Lownoise und Mental Theo, ATB, Cosmic Gate, Kai Tracid, und vielen mehr. Zu den bekanntesten Vertretern der Schweiz zählen Dj Noise, Dj Tatana, Dave 202, Dj Energy, Dj Snowman, Mind-x, Dj Pure und Dj Simpel.
Doch wie so manche Musikrichtung, kämpft auch der Trance mit immer schwächer werdenden Besucherzahlen. Durch das übermässige Angebot an vielen verschiedenen Musikrichtungen, verteilt sich die Masse der jungen Menschen über ein breites Repertoire.
Immer häufiger jedoch beobachtet man, dass sich Streitigkeiten zwischen den einzelnen Musikzugehörigkeiten auftun. Meist völlig unbegründet, werden einzelnen Musikstile diskriminiert oder schlecht gemacht.
Hand aufs Herz, der Trance wurde vor allem auch durch die exzessiven Partys und das schräge Partyvolk bekannt. Leider waren an solchen Events wie der Love Parade nicht nur die Kostüme ein absoluter Hingucker, sondern auch die Menschen, welche ohne das mitwirken von Drogen keine Spass haben konnten. Aber solche Menschen findet man in sämtlichen Musikrichtungen. Es gab sie schon immer und es wird sie auch weiterhin immer geben.
Der Konsum von Drogen ist seit je her verpönt, doch sieht man sich in der Geschichte der Menschheit ein wenig um, so entdeckt man den Genuss von berauschenden Substanzen in allen Epochen. Seien es die Naturvölker, die durch das Rauchen von Gräsern oder anderen Kräutern in Ekstase geraten, oder andere Völker, die sich die Wirkung der Koka-Pflanze zu Nutze machten.
Somit sollte dieses Vorurteil gegenüber den Trance Partys ausgeräumt sein. Denn jeder Mensch ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Deshalb eine Musikrichtung zu verurteilen, ist schlicht und ergreifend falsch. Negative Eigenschaften werden seit langer Zeit den einzelnen Stilrichtungen zugesprochen, so findet man die zur Alkoholsucht neigenden zotteligen Typen die Metal und Rock hören, die kiffenden Hip Hop Zuhörer, die Sozialschmarotzer die dem Punk angehören und vieles mehr.
Jeder einzelne ist darum bemüht, mit diesen Vorurteilen aufzuräumen und genauso ist es mit der Musikrichtung Trance. Vielen Djs ist es ein grosses Anliegen, den Menschen die Trancemusik wieder näher zu bringen. Aufzuzeigen, dass es die Musik ist, die etwas besonderes und faszinierendes ist und nicht die Menschen. Oftmals beschreibt man einen „wahren Raver“ mit den Worten: Wenn die Musik erklingt, leuchten seine Augen wie funkelnde Sterne am Firmament. Er strahlt Zufriedenheit und Glück aus, wenn ihn die sanften Schwingen des Trance den Augenblick der Realität vergessen lassen und in eine Welt aus Klang und Licht entführen. |